Am 25. März 2026 nimmt die Klasse 10a des Carl-Friedrich-von-Siemens-Gymnasiums an dem Projekt „Erinnern, Erforschen, Engagieren – Eine Entdeckungsreise im Neubaugebiet Waterkant“ der HeimatHavel teil. Ausgangspunkt ist die Frage: „Was war hier, bevor hier scheinbar ‚nichts‘ war?“, also bevor auf dem Gelände neue Wohnhäuser entstanden. Die Schülerinnen und Schüler erkunden historische Orte rund um die Waterkant und verfassen vor Ort eigene Texte über diese Erinnerungsorte.
Im Mittelpunkt steht die Erinnerungskultur: Die Lernenden setzen sich mit der Geschichte von Rüstungsproduktion, NS-Zwangsarbeit und der Senatsreserve auseinander und diskutieren, wie sich vergangene Gewalt- und Ausbeutungsverhältnisse in einem heutigen Wohnquartier spiegeln. Gleichzeitig thematisiert das Projekt Nachhaltigkeit im weiteren Sinne: Es geht um den nachhaltigen Umgang mit Geschichte („Wissen auffangen, bevor es verloren geht“), um verantwortliche Stadtentwicklung und darum, wie neue Stadtquartiere ein eigenes Narrativ ausbilden können, ohne die belastete Vergangenheit zu verdrängen.
Neben der Geländeerforschung an der Waterkant besuchen die Schülerinnen und Schüler das Stadtarchiv auf der Zitadelle Spandau und lernen, wie historische Quellen ausgewertet und in eine moderne, digitale „Karte der Narrative“ einfließen können. Die Exkursion leistet damit einen Beitrag zur Demokratiebildung: Sie zeigt, dass historisches Lernen kein abstraktes Unterrichtsthema ist, sondern unmittelbar mit der Frage verbunden ist, wie wir heute leben wollen – in einem Quartier, das buchstäblich auf „explosivem Boden“ gebaut ist.


