Am 27. Januar, dem bundesweiten Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus, besuchten zwei Grundkurse Geschichte die Gedenkstätte Ravensbrück. Der Tag markiert die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz im Jahr 1945 und wird jährlich genutzt, um an die Millionen Opfer der NS-Verbrechen zu erinnern.
Die Schülerinnen und Schüler nahmen zunächst an einer partizipativen Lesung teil, bei der persönliche Geschichten ehemaliger Häftlinge im Mittelpunkt standen. Viele dieser Biografien stammen von Frauen, denn Ravensbrück war das größte Konzentrationslager für Frauen im Deutschen Reich. Zwischen 1939 und 1945 waren dort mehr als 120.000 Frauen und Kinder, dazu etwa 20.000 Männer sowie 1.000 weibliche Jugendliche im sogenannten „Jugendschutzlager Uckermark“ inhaftiert. Die Häftlinge stammten aus über 30 Nationen und wurden zur Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie, in Werkstätten des Lagers oder in Außenlagern eingesetzt.
Im Anschluss legten die Lernenden Blumen am Schwedtsee nieder, an dessen Ufer sich ein Teil des ehemaligen Lagergeländes befand. Der See ist zugleich ein symbolischer Ort: Nach historischen Berichten wurden in den letzten Kriegsmonaten Asche von im Krematorium verbrannten Opfern in den Schwedtsee gekippt. Dadurch ist der Ort heute ein zentraler Punkt des stillen Gedenkens.
Während einer Führung über das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers setzten sich die Schülerinnen und Schüler vertiefend mit der Geschichte Ravensbrücks auseinander. Sie besichtigten die Reste der Unterkunftsbaracken, das Zellengefängnis („Bunker“), die Industrieanlagen sowie verschiedene Ausstellungen, die den systematischen Terror und den grausamen Alltag der Inhaftierten dokumentieren.
Der Besuch zeigte, wie wichtig es ist, Orte wie Ravensbrück für die Erinnerungskultur zu bewahren. Für die Schülerinnen und Schüler bot der Tag nicht nur historische Informationen, sondern auch Raum für persönliche Reflexion über Verantwortung, Menschenwürde und die Bedeutung demokratischer Werte.

